Tauchen Bielefeld


taucherstempel



Listinus Toplisten
 

Ein Wochenende Tauchen in Hemmoor

Über den Kreidesee Hemmoor muss man eigentlich nicht mehr viel schreiben. Jeder Taucher kennt den See. Nicht umsonst handelt es sich um einen der besten Tauchspots überhaupt in Deutschland.

Daher möchte ich auch gar nicht so sehr auf den Kreidesee selbst eingehen, da es dazu bereits hervorragende Informationen auf der Webseite gibt. Viel mehr will ich einen kleinen Erfahrungsbericht los werden, wie ich mein erstes mal Tauchen in Hemmoor empfunden habe.

Wir waren insgesamt sechs Taucher und hatten uns für das Wochenende drei Wohnwagen reserviert. Die Wohnwagen kostet 30,00 Euro pro Nacht und sind alle mit einem Vorzelt ausgestattet, wo man genug Platz zum gemeinsamen Essen und Quatschen hat und zusätzlich seine Tauchausrüstung aufhängen kann. Außerdem sind die Wohnwagen sehr nah am See, so dass man die Einstiege 0 und 1 recht einfach zu Fuß erreichen kann.

Angekommen im Hemmoor mussten wir uns erstmal anmelden. Alles kein Problem. Sowohl die Anmeldung zum Tauchen, als auch die für den Wohnwagen ging unkompliziert und sehr zügig. Zudem ist das Personal in Hemmoor wirklich nett, was man nicht unbedingt von jeder Tauchbasis in Deutschland behaupten kann.

Nachdem wir dann ausgeladen hatten, ging es gleich zum ersten Nachttauchgang. Umgezogen und rein ins Wasser bei Einstieg 1. Da ich bisher noch keine Erfahrungen in Hemmoor gesammelt hatte, wollte ich es langsam angehen lassen und daher sind wir ganz entspannt die Straße vom Einstieg in Richtung eines Unterwasser-Waldes getaucht. Dieser erste Tauchgang in Hemmoor hat gleich bleibende Schäden (Eindrücke) hinterlassen. Die wirklich gute Sicht an dem Abend hat die Unterwasserwelt in einem höchst interessanten Licht wiedergespiegelt. Wir konnten sehr viele Süßwasserkrebse beobachten, aber auch einiges an Fischen, wie Regenbogenforellen und Barsche. Manche Forelle hatte durchaus eine Länge von ca. 80 cm oder mehr. Zusätzlich gibt es viele interessante Objekte im Kreidesee, wie ein kleines Wrack von einem Segelboot. Nachttauchgang in Hemmoor also ein echtes Plus.

Am nächsten Tag sind wir nach einem Frühstück mit frischen Brötchen zu einem Tauchgang am sagenumworbenen Rüttler gestartet. Man liest viel über diesen Tauchplatz. Tief und gefährlich, für Anfänger nicht geeignet ist der Grundtenor. Von all den Schauergeschichten beeindruckt startet man natürlich mit einer ordentlichen Portion Respekt zum Rüttler von Hemmoor.
Vom Einstieg ist ein Seil gespannt, welches sicher stellt, dass man den richtigen Weg findet. Von oben gleitet man langsam Richtung Rüttler runter. An der oberen Plattform angekommen erwartet einen dort ein versenkter LKW mit gekippter Ladefläche. Im Führerhaus sitzt sogar eine Fahrerin. Das ist schon ein wirklich interessantes Objekt, was man nicht alle Tage Unterwasser sieht. Vom LKW geht es weiter nach unten bis auf ca. 33 Meter. Dort kann man in den Rüttler hinein tauchen und wer möchte kann dort auch in einer kleinen Kammer auftauchen. Leider hatten wir an diesem Tag sehr schlechte Sicht am Rüttler und haben uns dann nach kurzer Zeit Richtung Einstieg 1 auf den Weg gemacht.
Unterm Strich muss ich sagen, dass der Rüttler nicht gefährlich sein muss, wenn man sich an die gelernten Dinge hält. Das gespannte Seil ermöglicht einen sehr kontrollierten Abstieg und um Navigation muss man sich auch nicht kümmern. Die erste Etappe beim LKW liegt mit ca. 22 m auch noch nicht all zu tief und man kann sich in Ruhe orientieren. Dennoch handelt es sich nicht um einen Schönwetterausflug. Der Rüttler ist durchaus anspruchsvoll, wobei die Gefahr doch eher von den Tauchern ausgeht, die an maßloser Selbstüberschätzung leiden.

Vor dem Wochenende hatte ich schon ein wenig Panik, dass mein Anzug evtl. nicht warm genug ist. Klar, ein Trocki ist schon besser, aber auch mit meinem halbtrockenen Camaro war es gut auszuhalten. Unterhalb von 20 Metern wurde es dann um die 8°C kalt und dementsprechend haben wir uns dort auch nicht besonders lange aufgehalten. Ab 15 Metern hatte das Wasser aber immer um die 15-17°C und das ist eine absolut angenehme Temperatur, auch mir einem halbtrockenen.

Nachdem wir nach dem Mittag noch einen Tauchgang von Einstieg 0 gestartet hatten, stand Abends noch einmal ein Nachttauchgang auf dem Programm. Diesen haben wir am Rüttler gestartet, da der blaue LKW auf der Rüttlerplattform wirklich sehr interessant anzuschauen ist im Schein der Taucherlampen. Wir haben dann einen ähnlich Kurs auf dem Rückweg eingeschlagen, wie schon am Morgen und sind dabei wieder auf sehr viel Nachtleben gestoßen, das man beim Tauchen am Tag nicht unbedingt antrifft.

Zwischen dem Tauchen in Hemmoor hat man jederzeit die Möglichkeit eine heiße Dusche zu nehmen. Besonders bei Außentemperaturen zwischen 10°C und 15°C ist das eine willkommene Aufwärmmöglichkeit.

Bevor wir uns dann am nächsten Tag wieder auf den Heimweg gemacht haben, stand noch ein weiterer Tauchgang im Kreidesee auf dem Programm. Diesmal von Einstieg 4 aus. Da dieser ein ganzes Stück von der Basis entfernt ist, haben wir unser Gerödel von einer lieben Begleitung zum Einstieg fahren lassen und sind dann ohne das ganze Tauchequipment bis dorthin gelaufen.

Von Einstieg 4 aus kann man direkten Kurs auf zwei versunkene Wohnwagen nehmen und von dort aus am Ufer entlang Richtung Straße an Einstieg 1. Die Sicht war besonders gut, da dieser Einstieg aufgrund der Entfernung nicht ganz so stark frequentiert ist. Der Rückweg dauert dann etwa 45 Minuten und man ist wieder am Ausstieg.

Den letzten Tauchgang habe ich dann aber doch ausgesetzt. Aufgrund der gesunkenen Außentemperaturen von ca. 9°C war ich doch ganz gut durchgefroren und hab die beiden Trockitaucher die letzte Runde allein drehen lassen.

Leider wurde das Tauchen in Hemmoor auch von einigen Unfällen überschattet. Sowohl am Samstag als auch am Sonntag gab es Unfälle und jedesmal rückten diverse Rettungskräfte mit Hubschrauber und Boot an. Glücklicherweise soll es den Tauchern den Umständen entsprechend gut gehen. Es stimmt schon ein wenig nachdenklich, wenn man so ein riesiges Aufgebot an Rettungskräften sieht, andererseits ist es auch toll zu sehen, dass die Rettungkette so gut funktioniert.

Unterm Strich war das Tauchen in Hemmoor ein echtes Highlight für mich. Die Infrastruktur ist klasse, super Basis wo man in kürzester Zeit zu fairen Preisen die Flasche gefüllt bekommt. Der Campingplatz hat auch alles, was man braucht inkl. Ständern um die Tauchklamotten aufzuhängen. Sanitäre Einrichtungen sind auch super und man muss nicht mal eine Duschmarke zusätzlich kaufen.
Evtl. werden wir beim nächsten mal eine der Holzhütten mieten, aber auch die Wohnwagen sind schon eine gute Übernachtungsmöglichkeit, wenn man ein wenig aufs Budget achten möchte.

Leider war mein Fotobuddy Adrian nicht dabei, so dass ich diesmal kaum brauchbare Fotos präsentieren kann. Aber es wird sicherlich ein nächstes mal Tauchen in Hemmoor geben.

  Fahrrad | Online Logbuch | Robinson Soma Bay | Tests und Testberichte | Shop Gutschein
Taucherstempel | Reisereportagen für Taucher